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Ausbildungsreport Sachsen-Anhalt 2022

Ausbildungsreport Sachsen-Anhalt 2022

DGB-Jugend

Ausbildungsreport Sachsen-Anhalt 2022 veröffentlicht:
Ausbildungszufriedenheit während der Pandemie nicht gesunken, Nachbesserungsbedarf bei der Berufsorientierung

Die DGB-Jugend veröffentlicht am 11. November 2022 den Ausbildungsreport für Sachsen-Anhalt. Die zentralen Ergebnisse des Reports:


• drei von vier Auszubildenden in Sachsen-Anhalt sind mit ihrer Ausbildung und der Qualität der Ausbildung im Betrieb zufrieden oder sehr zufrieden,
• nur 60 Prozent der Befragten geben der Qualität des Berufsschulunterrichts Bestnoten,
• vier von zehn Auszubildenden wussten am Ende des dritten Ausbildungsjahres nicht, ob sie im Betrieb übernommen werden,
• 70 Prozent der Auszubildenden bewerten die schulische Berufsorientierung im Vorfeld der Ausbildung als wenig bis gar nicht hilfreich für ihre Berufswahlentscheidung.


Fabian Pfister, Landesjugendsekretär der DGB-Jugend Sachsen-Anhalt: „Wir stellen fest, dass sich die Auswirkungen der Pandemie auf die Ausbildungsqualität und zufriedenheit in Grenzen halten. Das ist ein gutes Zeichen. Allerdings gibt es nach wie vor starke Qualitätsunterschiede in den Berufen und auch zwischen weiblichen und männlichen Auszubildenden. Die Betriebe in Sachsen-Anhalt müssen die unterschiedlichen Qualitätsanforderungen berücksichtigen, indem sie gute Ausbildungsbedingungen schaffen, um angehende Fachkräfte halten zu können.“


DGB-Landeschefin Susanne Wiedemeyer: „Der Report zeigt, dass die schulische Berufsorientierung dringend vereinheitlicht und auf alle Schulformen ausgeweitet werden muss. Unterschiede bei den Geschlechtern müssen dabei berücksichtigt werden.“ Mit Blick auf die moderaten Stabilisierungen und bekannten Ungleichgewichte des Ausbildungsmarkt sagt Wiedemeyer: „Ich erwarte von den Betrieben, dass sie die Qualität der Ausbildung ernst nehmen und nachhaltig steigern. Das gilt insbesondere für schlecht bewertete Ausbildungsberufe. Gerade für junge Frauen muss die Berufsausbildung in den Betrieben deutlich attraktiver werden.“

Der Ausbildungsmarkt in Sachsen-Anhalt hatte sich zuletzt stabilisiert. Das bei der Agentur für Arbeit registrierte Ausbildungsplatzangebot zum 30. September 2022 war mit 12.973 angebotenen Plätzen etwas höher als noch 2019, also vor der Pandemie. Auch die großen Wirtschaftskammern melden eine Stabilisierung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Dennoch ist die Zahl junger Menschen, die sich als ausbildungsinteressiert bei den Agenturen melden, wieder leicht gesunken. 2021 wurde immer noch fast jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst und nur jeder vierte Betrieb in Sachsen-Anhalt bildet aus. Weiterhin verlässt jeder zehnte junge Mensch die Schule ohne Schulabschluss und hat es damit schwer beim Übergang in die Ausbildung.

Hintergrund:

An der repräsentativen Befragung der DGB-Jugend haben sich 1.262 junge Menschen in Sachsen-Anhalt (35 Prozent weiblich, 63 Prozent männlich, ein Prozent divers) aus den 25 am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen beteiligt. Es wurden Auszubildende aus allen Ausbildungsjahren und Betrieben unterschiedlicher Größe in den zurückliegenden beiden Pandemiejahren zur Qualität ihrer Ausbildung befragt. Die DGB-Jugend hat den Ausbildungsreport in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) erstellt.

Tags:
Ausbildungsreport, Ausbildungsqualität

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